Zwei Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf dem Fronhof haben am Sonntagmorgen zahlreiche Menschen in der Evangelischen Stadtkirche gemeinsam der Opfer gedacht. Auch Oberbürgermeister Daniel Flemm nahm an dem Gottesdienst teil. Am Abend wird das Gedenken mit einer Dialogveranstaltung und einer öffentlichen Gedenkfeier zur damaligen Tatzeit fortgesetzt.
Solingen – Mit einem gut besuchten Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche hat am heutigen Sonntagmorgen der zentrale Gedenktag zum zweiten Jahrestag des Fronhof-Attentats begonnen. Zahlreiche Solinger kamen in die Kirche, um gemeinsam innezuhalten und an die Opfer des Anschlags vom 23. August 2024 zu erinnern.
Unter den Teilnehmern befand sich auch Oberbürgermeister Daniel Flemm. Darüber hinaus nahmen Vertreter der Kirchen, der Stadtgesellschaft und zahlreiche Bürger an dem Gottesdienst teil. Im Mittelpunkt standen die drei Menschen, die bei dem islamistisch motivierten Anschlag getötet wurden, die Verletzten, ihre Angehörigen sowie all jene, die das Erlebte bis heute begleitet.
Der Gottesdienst nahm zugleich die Folgen in den Blick, die der Anschlag in Solingen hinterlassen hat. Das gemeinsame Erinnern bot Raum für Trauer, Anteilnahme und stilles Gedenken. Im Anschluss wurde am Gedenkstein vor der Stadtkirche ein Kranz niedergelegt.
Anschlag erschütterte Solingen
Am Abend des 23. August 2024 hatte ein Attentäter während des „Festivals der Vielfalt“ auf dem Fronhof wahllos Besucher mit einem Messer angegriffen. Drei Menschen wurden damals ermordet, acht weitere verletzt – einige von ihnen lebensgefährlich.
Das Stadtfest anlässlich des 650-jährigen Stadtjubiläums wurde daraufhin abgebrochen. Der Anschlag erschütterte Solingen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Auch zwei Jahre später sind die Folgen für Angehörige, Verletzte, Augenzeugen, Ersthelfer und Einsatzkräfte nicht überwunden.
Dialogveranstaltung ab 19.00 Uhr
Der Gedenktag wird am heutigen Sonntagabend fortgesetzt. Von 19.00 bis 21.00 Uhr findet im Bürgersaal der Stadtkirche am Fronhof eine offene Dialogveranstaltung statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Menschen in Solingen zwei Jahre nach dem Anschlag mit dessen Folgen umgehen.
Wissenschaftler der Konfliktakademie „ConflictA“ der Universität Bielefeld begleiten den Austausch. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen mit psychosozialer Begleitung. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen.
Gedenken zur Tatzeit
Um 21.30 Uhr beginnt am Gedenkstein vor der Evangelischen Stadtkirche die zentrale öffentliche Gedenkveranstaltung. Neben Oberbürgermeister Daniel Flemm wird auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst erwartet.
Die liturgische Begleitung übernehmen Superintendentin Dr. Ilka Werner und die Vorsitzende des Solinger Katholikenrats, Dr. Ulrike Spengler-Reffgen. Oberbürgermeister Flemm wird zunächst zu den Teilnehmern sprechen.
Um 21.37 Uhr – genau zu der Uhrzeit, zu der der Anschlag vor zwei Jahren begann – ist eine gemeinsame Schweigeminute vorgesehen. Anschließend wird Ministerpräsident Hendrik Wüst eine Ansprache halten. Kantor Fabian Bischoff begleitet den Ausklang musikalisch. Zudem werden Gedenkkerzen ausgegeben. Das Ende der Veranstaltung ist gegen 22.00 Uhr geplant.










