Wupperverband warnt vor invasiven Arten und Krankheiten
Bergisches Land – Wer mit einem Boot, Stand-up-Paddle-Board oder anderer Ausrüstung auf verschiedenen Gewässern unterwegs ist, kann unbemerkt gebietsfremde Arten und Krankheitserreger verbreiten. Der Wupperverband ruft deshalb alle Gewässernutzer dazu auf, ihre Ausrüstung gründlich zu kontrollieren, zu reinigen und vollständig trocknen zu lassen.
Betroffen sind sämtliche Gegenstände, die im Wasser verwendet werden. Dazu gehören neben Booten und SUPs beispielsweise auch Tauch- und Angelausrüstung sowie Wasserspielzeug. An ihnen können Pflanzenteile, Schmutz, Restwasser oder sogar mikroskopisch kleine Organismen haften bleiben und anschließend in ein anderes Gewässer gelangen.
Kontrollieren, reinigen und trocknen
Der Wupperverband hat drei grundlegende Regeln zusammengestellt:
- Die Ausrüstung sollte vor und nach jedem Einsatz sorgfältig auf anhaftende Pflanzenteile, Schmutz und Restwasser kontrolliert werden.
- Vor der erneuten Nutzung sollte sie gründlich mit möglichst heißem Wasser gereinigt werden. Bilgen- und Restwasser müssen vollständig entfernt werden.
- Anschließend muss die Ausrüstung komplett trocknen. Dafür sollten möglichst mehrere Tage eingeplant werden.
Wer regelmäßig zwischen verschiedenen Gewässern wechselt, sollte nach Möglichkeit für jedes Gewässer eine separate Ausrüstung verwenden. Auf diese Weise lässt sich das Risiko einer unbemerkten Übertragung weiter reduzieren.
Invasive Arten können große Schäden verursachen
Die Zahl der gebietsfremden Arten, der sogenannten Neobiota, ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Auch im Wuppergebiet kommen inzwischen zahlreiche nicht heimische Arten vor. Allerdings wird nicht jede davon als invasiv eingestuft.
Invasive Arten sind besonders anpassungsfähig, können sich massenhaft vermehren und innerhalb kurzer Zeit ausbreiten. Veränderte Umweltbedingungen durch den Klimawandel können diese Entwicklung zusätzlich begünstigen.
Haben sich solche Arten erst einmal in einem geeigneten Lebensraum etabliert, drohen erhebliche ökologische und wirtschaftliche Schäden. Auch die Nutzung der Gewässer kann dadurch stark eingeschränkt werden. Eine spätere Bekämpfung ist häufig teuer und nur begrenzt wirksam. Umso wichtiger ist es, einen Eintrag und die weitere Ausbreitung möglichst frühzeitig zu verhindern.
Quaggamuschel bislang nicht nachgewiesen
Der Fachbereich Limnologie des Wupperverbandes untersuchte im Juli die Brauchwassertalsperren mithilfe von Umwelt-DNA gezielt auf invasive Arten. Dabei wurde die besonders problematische Quaggamuschel bislang nicht nachgewiesen.
Eine Entwarnung sei dies jedoch nicht. Gerade um einen Befall dauerhaft zu verhindern, komme der Einhaltung der Reinigungsregeln eine zentrale Bedeutung zu. Auch Krankheiten wie die Krebspest können über feuchte oder verunreinigte Ausrüstung von einem Gewässer in ein anderes übertragen werden.
Der Wupperverband will zusätzlich Hinweisschilder aufstellen und Freizeitakteure sowie Vereine gezielt informieren. Die vollständigen Reinigungsregeln stehen unter https://www.wupperverband.de/service/freizeit zur Verfügung.










