Freizeit & SportHandball: Bergischer HC verpasst Punktgewinn zum Saisonauftakt nur knapp

Handball: Bergischer HC verpasst Punktgewinn zum Saisonauftakt nur knapp

- Anzeige - spot_img

Stuttgart – Der Bergische HC ist mit einer knappen Niederlage in die neue Saison gestartet. Beim TVB Stuttgart unterlagen die Löwen am Samstag mit 29:30 (10:13). Vor allem eine kämpferisch starke Abwehrleistung hielt den BHC lange im Spiel. Im Angriff leisteten sich die Gäste jedoch zu viele technische Fehler, um die Partie noch zu drehen.

BHC bleibt trotz Rückständen in Reichweite

In den ersten rund 40 Minuten bestimmten vor allem die Defensivreihen das Geschehen. Der BHC verteidigte engagiert und entschied auch das Torhüterduell für sich. Christopher Rudeck und später Kristian van der Merwe sorgten mit ihren Paraden dafür, dass die Bergischen trotz ihrer Probleme im Angriff in Reichweite blieben.

Dort fehlte es zunächst an zwingenden Torchancen. Hinzu kamen technische Fehler und Ballverluste. Besonders bitter verlief eine Phase vor der Pause, in der das Trainerteam Arnor Gunnarsson und Markus Pütz mit einem siebten Feldspieler agieren ließ. Dreimal ging der Ball verloren – und dreimal traf Stuttgart in das verwaiste BHC-Tor.

Dennoch ließen sich die Löwen nicht abschütteln. Beim Stand von 10:13 ging es in die Halbzeitpause.

Wechselfehler stoppt die Aufholjagd

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Stuttgart zunächst mit zwei bis vier Toren in Führung. Fynn Hangstein und Sören Steinhaus übernahmen beim BHC viel Verantwortung. Lukas Becher war mit sechs Treffern erfolgreichster Feldtorschütze der Gäste.

Als die Bergischen im Rückraum zunehmend Johannes Wasielewski über die rechte Seite einbanden, rückte der Ausgleich in greifbare Nähe. In der 49. Minute verkürzte Wasielewski auf 21:22. Das Spiel drohte zugunsten des BHC zu kippen.

Ein Wechselfehler und die damit verbundene Zwei-Minuten-Strafe stoppten jedoch die Aufholjagd. Stuttgart nutzte die Überzahl zu zwei schnellen Treffern und stellte den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Im folgenden Angriff vergab der BHC zudem eine freie Chance aus sechs Metern.

In der Schlussphase fanden beide Mannschaften offensiv besser in die Partie. Stuttgart verteidigte seinen Vorsprung jedoch bis zum Ende. Beim Stand von 30:27 war die Entscheidung gefallen. Lukas Becher verkürzte mit der Schlusssirene noch auf 29:30.

Van der Merwe pariert drei Siebenmeter

Ein bemerkenswertes Bundesliga-Debüt feierte Kristian van der Merwe. Der dänische Neuzugang parierte gleich drei Siebenmeter von Nationalspieler Kai Häfner. Tim Hilding erzielte unterdessen sein erstes Tor in der Handball-Bundesliga.

Auf Janik Schrader mussten die Löwen in Stuttgart verzichten. Eine Fußverletzung verhinderte die Erstliga-Premiere des Rückraumspielers.

Pütz übernimmt Verantwortung

BHC-Trainer Markus Pütz nahm den folgenschweren Wechselfehler auf seine Kappe:

„Es ist so, dass ich diese Niederlage mit auf meine Kappe nehme. Ich habe einen Wechselfehler produziert. Das war in einer Phase, in der wir hätten rankommen können. Uns fehlte der Umschwung, das Unentschieden. Da ging Stuttgart dann wieder weg. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele technische Fehler gemacht. Ansonsten haben wir eine sehr gute Abwehrleistung gezeigt. Viele Sachen haben wir Stuttgart weggenommen. In der zweiten Halbzeit war Stuttgart immer diese zwei, drei, vier Tore vorne. Wir hätten eine Phase gebraucht, um näher dranzukommen. Dann wäre etwas möglich gewesen. Generell sind wir mit der Entwicklung zufrieden. Im letzten Jahr hatten wir keine Chance in Stuttgart. Jetzt haben wir gegen eine stärkere Stuttgarter Mannschaft gespielt und hatten das enge Spiel. Schade, aber das geht auf mich. Die Jungs haben sehr gut gekämpft, und am Ende gewinnt Stuttgart verdient.“

Stuttgarts Trainer Misha Kaufmann sah in den vergebenen Chancen seiner Mannschaft einen wesentlichen Grund dafür, dass der BHC bis zum Ende im Spiel blieb:

„Wir verwerfen 14 freie Bälle inklusive drei Siebenmetern. Das lässt den BHC am Leben. Das ist das Gefährliche, weil der Gegner immer dran war. Und dann kam die Phase, in der man es auch in der Halle gemerkt hat, dass das Spiel kippen kann. Der BHC hat gute Torhüter-Paraden bekommen. Es war ein typisches erstes Spiel – irgendwie verkrampft, man steht sich selbst auf den Füßen. Deshalb sind wir froh über die beiden Punkte. Die sind wichtig und lösen sicher auch den Knoten ein bisschen.“

Gutbrod sieht das Potenzial der Mannschaft

BHC-Kapitän Fabian Gutbrod ärgerte sich über die verpasste Gelegenheit, nahm aus dem Saisonauftakt aber auch positive Eindrücke mit:

„Es tut schon etwas weh, weil man sich natürlich wünscht, mit einem Sieg zu starten. Stuttgart wäre wohl schlagbar gewesen. Aber wir haben doch etwas zu viele technische Fehler in der ersten Halbzeit gemacht – gerade in den Sieben-gegen-Sechs-Situationen. Da haben wir drei Treffer ins leere Tor bekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir es im Angriff besser gemacht, aber die Kräfte schwinden auch ein wenig durch die Vielzahl der Zweikämpfe. Wir haben es leider verpasst, das Ergebnis enger zu stellen. Das Gefühl, dass etwas möglich ist, war die ganze Zeit da. Am Ende ist es ein bisschen unglücklich für uns, auch wenn der Sieg für Stuttgart in Ordnung geht. Sie haben fast die ganze Zeit geführt. Aber man hat unser Potenzial gesehen, und wir wissen, woran wir arbeiten müssen.“

Trotz der Niederlage zeigte der Auftritt, dass der BHC mit seiner defensiven Stabilität und kämpferischen Einstellung auch auswärts gegen starke Gegner bestehen kann. Für die kommenden Aufgaben müssen die Löwen vor allem ihre Fehlerquote im Angriff reduzieren.

- Anzeige - spot_img