JU sieht in der Zusammenlegung der Feuerwachen I und III erhebliche Einsparmöglichkeiten – Kulturangebot soll stärker auf jüngere Menschen ausgerichtet werden
Solingen – Die geplante Neuordnung der Solinger Feuerwehr- und Kulturlandschaft ist nach Ansicht der Jungen Union (JU) eine „Schicksalsentscheidung für Solingen“. Der CDU-Nachwuchs spricht sich dafür aus, die in der Szenarienstudie dargestellten Möglichkeiten für eine Zentralfeuerwache und ein neues Kulturzentrum im Rahmen einer Machbarkeitsstudie genauer untersuchen zu lassen.
Nach Auffassung der JU könnte insbesondere die Zusammenlegung der Feuerwachen I und III den notwendigen finanziellen Spielraum schaffen, um auch künftig Investitionen in die Solinger Kulturlandschaft zu ermöglichen. Als Standort für eine Zentralfeuerwache komme nach den bisherigen Untersuchungen nur der Schlagbaum infrage.
JU erwartet Einsparungen in Millionenhöhe
Der Vorsitzende der Jungen Union Solingen, Fynn Ringwelski, sieht in einer Zentralfeuerwache sowohl Vorteile für Feuerwehr und Rettungsdienst als auch für den städtischen Haushalt:
„Die Zentralfeuerwache schafft endlich einen modernen und angemessenen Standort für unsere Feuerwehr – und zwar deutlich früher als es durch den Masterplan anderweitig erreichbar wäre. Sie ist aber auch ein entscheidender Hebel für mehr Effizienz und finanzielle Handlungsspielräume in Solingen. Durch die Zusammenlegung der Wachen I und III an einem Standort könnten wir gegenüber dem dezentralen Neubaukonzept nicht nur 70 Millionen Euro an Baukosten einsparen. Hinzu kommen dauerhafte Personalsynergien: Die Zusammenlegung spart vier Funktionen bei der Feuerwehr ein, was rund 22 Vollzeitstellen entspricht und jährliche Einsparungen von rund 3,2 Millionen Euro bei den Personal- und Betriebskosten ermöglicht. Diese Chance auf erhebliche jährliche Einsparungen bei gleichzeitiger zukunftsfähiger Aufstellung von Brandschutz und Rettungsdienst sowie einer Neubelebung der Solinger Kulturlandschaft müssen wir im Rahmen der Machbarkeitsstudie jetzt auf Basis von Daten und Zahlen prüfen!“
Bei den genannten Beträgen und Stellen handelt es sich um Angaben der Jungen Union. Diese sollen nach dem Willen der Nachwuchsorganisation in der angekündigten Machbarkeitsstudie anhand konkreter Daten überprüft werden.
Kritik am bisherigen Theater und Konzerthaus
Einen isolierten und kostspieligen Erhalt des bisherigen Theater und Konzerthauses (TuK) hält die JU nicht für zeitgemäß. Zugleich betont die Organisation, dass Solingen auch künftig einen angemessenen Kulturstandort benötige. Ein neues Kulturzentrum könne nach ihren Vorstellungen entweder am Südpark oder am Fronhof entstehen.
Ringwelski erklärt dazu: „Das heutige TuK wird von jungen Menschen kaum noch freiwillig besucht. Das Angebot des TuK ist – bis auf wenige Ausnahmen – nicht attraktiv für junge Menschen. Es wäre unverantwortlich, womöglich hunderte Millionen Euro in die nicht absehbare Sanierung der alten Strukturen zu stecken, wenn es auch geeignete Alternativen, die neue Impulse für die Solinger Kultur bieten können. Was wir stattdessen brauchen, ist ein modernes, multifunktionales und lebendiges Kulturzentrum – entweder am Südpark oder am Fronhof. Es ist uns extrem wichtig, dass wir in Solingen auch in Zukunft eine adäquate, bezahlbare Plattform für unsere prägenden Lebensereignisse wie die Abibälle, Vereinsfeiern und eventuell neue Möglichkeiten für Partys haben.“
Neues Kulturhaus auch als Partylocation?
Die Junge Union erinnert außerdem an den zurückliegenden Kommunalwahlkampf. Nahezu alle Parteien hätten damals die fehlenden Ausgeh- und Feiermöglichkeiten für junge Menschen in Solingen kritisiert. Ein neues Kulturhaus müsse daher generationenübergreifend geplant und stärker auf die Interessen jüngerer Besucher ausgerichtet werden.
„Jetzt haben wir die Möglichkeit, einen neuen Ort zu schaffen, der auch als Partylocation für junge Menschen dienen kann. Wir sollten bei der Gestaltung eines neuen Kulturkonzeptes samt neuem Kulturhaus generationenübergreifend und gemeinsam voran gehen, damit sich in Zukunft auch jüngere Menschen von den Angeboten angesprochen fühlen. Die WDR 4 Disco 44 im TuK ist jedenfalls kein Kulturangebot, das unsere Generation anspricht“, führt Ringwelski aus. „Wir setzen große Hoffnung darein, dass im Rahmen der Machbarkeitsstudie auch junge Stimmen ein neues Kulturhaus mitgestalten können.“
Die JU fordert den Stadtrat deshalb dazu auf, die Interessen jüngerer Generationen bereits bei der Beauftragung der Machbarkeitsstudien ausdrücklich zu berücksichtigen.
Ringwelski abschließend: „Bei allem Verständnis mit schönen Erinnerungen an das TuK in der jetzigen Form: Was wir in Zukunft brauchen, ist eine gelungene Kombination aus bedarfsgerechtem Kulturzentrum für alle und einer hocheffizienten Zentralfeuerwache, die modernen Einsatz- und Arbeitsanforderungen gerecht wird. Dabei müssen wir unsere mehr als angespannte Haushaltslage immer im Blick haben und sollten die Entscheidung auf Basis von Zahlen und Fakten und nicht auf der Basis von nostalgischen Gefühlen treffen.“










