Halsbandsittiche vor dem Redaktionsfenster entdeckt – für die Stadt ist die Sichtung ein interessanter Hinweis
Solingen – Leuchtend grünes Gefieder, ein auffälliger Schnabel und ein für Solingen eher ungewöhnlicher Anblick: In den Bäumen vor den Fenstern der Redaktion der Solinger Nachrichten in Wald waren in der letzten Woche zahlreiche exotisch wirkende Vögel zu Besuch. Schnell stellte sich die Frage: Fliegen inzwischen tatsächlich wilde Papageien durch Solingen?
Ein Foto der Tiere brachte nun Gewissheit. Wie die Stadt Solingen auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, handelt es sich tatsächlich um eine Papageienart – genauer gesagt um Halsbandsittiche.
Ursprünglich in Afrika und Südasien beheimatet
Der Halsbandsittich trägt den wissenschaftlichen Namen „Psittacula krameri“ und stammt ursprünglich aus Afrika und Südasien. In Deutschland ist die Art allerdings bereits seit mehreren Jahrzehnten heimisch geworden. Besonders in städtisch geprägten Gebieten haben sich freilebende Populationen gebildet.
Das Bundesamt für Naturschutz stuft den Halsbandsittich nach Angaben der Stadt als potenziell invasive gebietsfremde Art ein. Er wird deshalb auf einer Beobachtungsliste geführt.

Vor allem in den wärmeren Ballungsräumen entlang des Rheins gehören die grünen Vögel inzwischen vielerorts zum Stadtbild. Im Bergischen Land und damit auch in Solingen sind sie bislang hingegen deutlich seltener anzutreffen.
Breiten sich die Halsbandsittiche nun in Solingen aus?
Halsbandsittiche profitieren von milden Temperaturen und den günstigen Lebensbedingungen in Städten. Dort finden sie ausreichend Nahrung sowie geeignete Bäume und andere geschützte Plätze. Steigende Durchschnittstemperaturen könnten dazu führen, dass sich die Art künftig auch in bislang weniger stark besiedelten Regionen ausbreitet.
Genau das könnte nun auch in Solingen zu beobachten sein. Dem Stadtdienst Natur und Umwelt lagen bislang keine eigenen Meldungen über Halsbandsittiche im Stadtgebiet vor.
„Die vorliegende Aufnahme ist daher aus Sicht der Stadt zunächst ein interessanter Hinweis auf ein mögliches Vorkommen der Art im Stadtgebiet“, erklärt die Stadtverwaltung gegenüber den Solinger Nachrichten.
Kein Anlass für behördliche Maßnahmen
Ob die auffälligen Besucher in Wald lediglich einen Zwischenstopp eingelegt haben oder sich möglicherweise dauerhaft in Solingen ansiedeln, ist derzeit noch unklar. Die Beobachtung gleich zahlreicher Tiere könnte jedoch darauf hindeuten, dass die Halsbandsittiche nicht nur vereinzelt unterwegs waren.
Einen Grund zum Eingreifen sieht die Stadt aktuell nicht. Nach Angaben der Verwaltung besteht derzeit kein Anlass für behördliche Maßnahmen zur Regulierung des Bestandes.
Für aufmerksame Spaziergänger lohnt sich in den kommenden Wochen dennoch ein Blick in die Baumkronen. Möglicherweise sind die grünen Papageien in Wald bald erneut zu sehen – oder sie haben längst weitere Teile Solingens für sich entdeckt.










