Investoren konkretisieren Pläne für Gastronomie, Veranstaltungen und einen möglichen Hotelbetrieb
Solingen – Die Vorbereitungen für den Verkauf des Alten Hauptbahnhofes im Solinger Südpark kommen nach Angaben der Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen (SEG) voran. Die Investoren haben ihr Nutzungskonzept weiter konkretisiert. Auch die Beratungen über die Eckpunkte des Kaufvertrages sind inzwischen fortgeschritten.
„Unser Zeitplan sieht auch weiterhin vor, dass der Rat noch in diesem Jahr über den Verkauf beschließen kann“, erklärt SEG-Geschäftsführerin Julia Kunz. Die Gesellschaft betreut das Verfahren im Auftrag der Stadt. Über den aktuellen Stand informieren die SEG und die beteiligten Stadtdienste regelmäßig in den politischen Gremien.
Universität und Gastronomie sollen bleiben
Das weiterentwickelte Konzept hält an den bereits bekannten Bausteinen fest. So soll die Bergische Universität ihren Standort im Alten Hauptbahnhof behalten. Außerdem soll das Restaurant mit seinem Innen- und Außenbereich wiederbelebt werden.
Die historische Schalterhalle ist erneut als Veranstaltungs- und Eventlocation vorgesehen. Auf einer separaten Außenfläche sollen zudem ein Biergarten und weitere Möglichkeiten für Veranstaltungen entstehen.
Ein erster Schritt wurde bereits in diesem Sommer gemacht: Der Biergarten wurde eröffnet, zudem fanden die ersten Veranstaltungen statt. Grundlage dafür ist ein Rahmenmietvertrag mit der Stadt, durch den bereits vor dem möglichen Verkauf abgestimmte Formate angeboten werden können.
„So konnte schon jetzt wieder Leben in den alten Bahnhof einziehen“, freut sich Matthias Knospe, Leiter des Stadtdienstes Gebäudemanagement.
Zwei Varianten für einen Hotelbetrieb
Ein weiterer Bestandteil des Konzeptes ist ein Beherbergungsbetrieb beziehungsweise ein Hotel innerhalb des Gebäudekomplexes. Dafür werden derzeit zwei Varianten verfolgt.
Die erste Möglichkeit sieht ein kleineres Hotel mit etwa 15 Zimmern vor. Dieses könnte vollständig im vorhandenen Gebäudebestand entstehen. Dafür soll jener Teil umgebaut werden, in dem früher die Expressgutabfertigung untergebracht war. Aktuell befinden sich dort eine Spielhalle sowie drei Wohnungen, von denen nach Angaben der SEG nur noch eine belegt ist.
Die zweite Variante kombiniert den Umbau des bestehenden Gebäudes mit einem zusätzlichen Anbau. Auf diese Weise könnte ein Hotel mit rund 30 Zimmern entstehen.
Neubau soll sich historischem Ensemble unterordnen
Bei einem möglichen Anbau sollen der historische Bestand und der neue Gebäudeteil ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Vorgesehen ist ein Neubau, der sich dem denkmalgeschützten Ensemble unterordnet. Eine gleichmäßige Fensterteilung und eine angepasste Farbgebung sollen für eine zurückhaltende und hochwertige Gestaltung sorgen.
Auf die Nachbildung eines historischen Gebäudes soll hingegen bewusst verzichtet werden. Die Dachflächen könnten nach Möglichkeit mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Auch eine Dachbegrünung ist vorgesehen. Ob und in welcher Form diese Maßnahmen umgesetzt werden können, hängt unter anderem vom Denkmalschutz und den statischen Voraussetzungen ab.
Da mögliche Lösungen für den Hotelbetrieb noch umfangreiche Prüfungen und Abstimmungen erfordern, soll im Kaufvertrag eine Öffnungsklausel vereinbart werden. Sie soll den Investoren ermöglichen, weitere Varianten zu entwickeln, die bislang noch nicht im Detail beschrieben werden können.
Kaufvertragsentwurf wird vorbereitet
Nach Angaben der SEG sind die Beratungen zwischen allen Beteiligten weit fortgeschritten. Einige Punkte müssten allerdings noch geklärt werden. Auf Grundlage der bereits vereinbarten Eckpunkte erstellt eine beauftragte Rechtsanwaltskanzlei derzeit den Entwurf des Kaufvertrages.
Die Stadt Solingen hatte im Jahr 2023 beschlossen, den Alten Hauptbahnhof zu verkaufen, um den städtischen Haushalt zu entlasten. Die SEG erhielt den Auftrag, im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens geeignete Investoren zu suchen. Dabei sollte nicht allein der Kaufpreis, sondern vor allem die geplante zukünftige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes entscheidend sein.
Ziel ist es, den Alten Hauptbahnhof dauerhaft wiederzubeleben, Teile des Gebäudes öffentlich zugänglich zu halten und den gesamten Standort im Südpark zu stärken. Im August 2025 hatte ein Preisgericht das Konzept der jetzigen Kaufinteressenten ausgewählt und dessen weitere Ausarbeitung empfohlen.










