StadtteileBreites Bündnis kämpft für die Zukunft des Feuersalamanders in NRW

Breites Bündnis kämpft für die Zukunft des Feuersalamanders in NRW

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Lebensraumverlust, Straßenverkehr und ein gefährlicher Hautpilz bedrohen die Bestände – mehr als 60 geeignete Lebensräume für Schutzmaßnahmen identifiziert

Solingen – Der Feuersalamander gehört zu den bekanntesten heimischen Amphibien. Doch auch in Nordrhein-Westfalen ist das auffällig schwarz-gelb gefärbte Tier akut gefährdet. Lebensraumverlust, Straßenverkehr und der eingeschleppte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal, haben vielerorts zu dramatischen Bestandsrückgängen geführt.

Mit dem jährlich am 3. September stattfindenden „Tag des Feuersalamanders“ machen Naturschutzverbände, Forstwirtschaft, Wissenschaft und zoologische Einrichtungen gemeinsam auf die schwierige Lage der Tiere aufmerksam. Veranstaltungen und Beobachtungsmöglichkeiten sollen zugleich zeigen, wie der Feuersalamander geschützt werden kann.

Der NABU NRW baut seit April 2025 mit Unterstützung der NRW-Stiftung ein landesweites Netzwerk für den Schutz der Art auf. Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ wurden 2026 erstmals Flächen ausgewählt, die künftig ökologisch aufgewertet werden sollen.

Geplant sind unter anderem die Renaturierung von Gewässern, Schutzmaßnahmen an Straßen sowie die Verbesserung der Waldstrukturen entlang von Bächen. Landesweit wurden bereits mehr als 60 geeignete Lebensräume identifiziert. Die ersten konkreten Maßnahmen vor Ort sollen 2027 beginnen.

Projektleiter Jonas Virgo erklärt: „Der Feuersalamander ist eine nationale Verantwortungsart und steht sinnbildlich für die globale Amphibien- und letztendlich Artenkrise. Zu seinem Schutz sowie dem vieler anderer gefährdeter Arten braucht es vor allem intakte Lebensräume.“

Partner aus dem Bergischen Land beteiligt

An dem Projekt beteiligen sich zahlreiche Einrichtungen und Organisationen. Dazu gehören der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, biologische Stationen, Waldbesitzerverbände, Universitäten, Kommunen, Freizeitverbände und Zoos. Mit der Bergischen Universität Wuppertal sowie den Städten Remscheid und Velbert sind auch mehrere Partner aus dem Bergischen Land vertreten.

NABU-Landesvorsitzende Dr. Heide Naderer unterstreicht die Bedeutung des entstandenen Netzwerkes: „Wir haben sehr unterschiedliche Akteure zusammengebracht – vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW über Waldbauernverbände und Biologische Stationen bis hin zu Universitäten, Behörden, Kommunen, Freizeitverbänden und Zoos. Der Tag des Feuersalamanders zeigt, wie viele Stimmen sich für konkrete Maßnahmen zum Erhalt von Arten bei gutem Willen vereinen lassen.“

Auch die Zoogemeinschaft NRW bringt ihre Erfahrung ein. Zahlreiche Zoos engagieren sich bereits in der Erhaltungszucht und informieren ihre Besucher über die Gefährdung heimischer Amphibien.

Ralf Slabik, Direktor des Tierparks und Fossiliums Bochum sowie Vorsitzender des Landeszooverbandes NRW, erklärt: „Der Feuersalamander ist vielen vertraut – wie bedroht er inzwischen ist, aber oft nicht. Genau das vermitteln wir am Aktionstag.“

Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoo Löbbecke Museums Düsseldorf und Landesgruppensprecher der Zoos im Verband der Zoologischen Gärten in NRW, ergänzt: „Amphibien haben selten die Lobby, die sie bräuchten. Zehn Jahre nach der Erstbeschreibung des gefährlichen Bsal-Pilzes war klar: Diese Art braucht einen eigenen Aktionstag. Umso erfreulicher, dass sich heute so viele beteiligen.“

Wer Feuersalamander in der Natur beobachten möchte, hat dazu besonders im Herbst gute Chancen. An feuchten Abenden verlassen die Tiere ihre Verstecke in naturnahen Laubwäldern mit Bachläufen. Dabei sollten sie nicht berührt oder gestört werden. In den beteiligten Zoos können Besucher Feuersalamander ganzjährig sehen. Rund um den Aktionstag werden dort zusätzliche Angebote organisiert.

Der „Tag des Feuersalamanders“ wurde 2023 vom Aquazoo Löbbecke Museum ins Leben gerufen. Das Datum erinnert an die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Bsal-Erregers am 3. September 2013. Der auch als Salamanderpest bezeichnete Hautpilz zählt zu den größten Bedrohungen für die heimische Amphibienart.

Weitere Informationen über das Projekt und geplante Freilandexkursionen gibt es unter https://nrw.nabu.de/feuersalamander.

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