Rund jeder 20. kontrollierte Fahrgast war ohne gültigen Fahrschein unterwegs:
Solingen – Bei einer groß angelegten Schwerpunktkontrolle im Solinger Nahverkehr haben die Stadtwerke insgesamt 102 Schwarzfahrer erwischt. In drei Fällen musste die Polizei hinzugezogen werden.
Die unangekündigte Kontrollaktion fand am Dienstag, 1. September 2026, zwischen 10 und 18.45 Uhr statt. Die eingesetzten Teams überprüften an mehreren zentralen Haltestellen und Bahnhöfen insgesamt 2.128 Fahrgäste. Bei rund 4,8 Prozent konnte kein gültiger Fahrschein festgestellt werden. Gegen sie wurde ein erhöhtes Beförderungsentgelt verhängt.
Kontrolliert wurde am Graf-Wilhelm-Platz in Richtung Rathaus und Südstadt, am Rathausplatz in Richtung Zentral sowie am Solinger Hauptbahnhof und am Bahnhof Mitte.
Polizei musste Personalien feststellen
Unter den 102 Fahrgästen ohne gültiges Ticket waren 68 Erwachsene und 34 Minderjährige. 64 der Betroffenen waren männlich, 38 weiblich. 94 Personen hatten ihren Wohnsitz in Solingen, acht kamen von außerhalb. In drei Fällen musste die Polizei zur Feststellung der Personalien gerufen werden.
Die Stadtwerke hatten die Schwerpunktkontrolle bewusst nicht im Vorfeld angekündigt. Dadurch sollte ein möglichst realistisches Bild vom tatsächlichen Ausmaß des Schwarzfahrens entstehen.
„Man kennt es vom wiederkehrenden angekündigten Blitzermarathon: Auf einmal verhalten sich erstaunlich viele dann völlig regelkonform. Uns ging es vor allem darum, tatsächliches Fehlverhalten auch aufzudecken“, erklärt Matthias Laise, Leiter der Sparte Mobil bei den Stadtwerken Solingen.
Stadtwerke sprechen von Millionenschäden
Schwarzfahren sei kein Kavaliersdelikt und gehe zulasten aller Fahrgäste, die ordnungsgemäß für ihre Fahrt bezahlen. „Wer schwarzfährt, fährt auf Kosten aller, die mit einem gültigen Ticket unterwegs sind. Somit entstehen uns in der Sparte Mobil jährlich Schäden in Millionenhöhe“, betont Laise.
Neben der Kontrolle der Fahrscheine suchten die eingesetzten Teams auch das Gespräch mit den Fahrgästen. Dabei ging es unter anderem um gegenseitige Rücksichtnahme und das Verhalten im öffentlichen Nahverkehr. Die sichtbare Präsenz sollte zudem das Sicherheitsgefühl stärken und den Fahrgästen eine direkte Ansprechmöglichkeit bieten.
Nach Angaben der Stadtwerke verlief die Aktion reibungslos. Die Gespräche mit Fahrgästen und Passanten seien positiv und konstruktiv gewesen. Auch künftig sollen regelmäßige Kontrollen dazu beitragen, Schwarzfahrer zu entdecken und die sichtbare Präsenz im Solinger Nahverkehr zu erhöhen.







