Solingen – ine perfide Betrugsmasche hat am Dienstagnachmittag in Gräfrath eine 89-jährige Seniorin um einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag gebracht. Die Täter setzten die Frau mit einer dramatischen Geschichte über ihren angeblich verunglückten Sohn massiv unter Druck.
Nach Angaben der Polizei erhielt die Solingerin am Dienstag, 8. September, gegen 17.00 Uhr einen Anruf von einer unbekannten Frau. Die Anruferin gab sich als Mitarbeiterin des Amtsgerichts aus und behauptete, der Sohn der 89-Jährigen sei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt gewesen.
Dann folgte die Forderung: Um zu verhindern, dass der Sohn ins Gefängnis müsse, sei eine Kaution erforderlich.
Die Seniorin glaubte die Geschichte. Sie machte sich auf den Weg zu ihrer Bank, leerte dort ihr Bankschließfach und übergab anschließend dessen Inhalt sowie weiteres Bargeld an einen ihr unbekannten Mann.
Der Abholer soll etwa 1,60 Meter groß, schlank und dunkelhaarig gewesen sein.
Polizei warnt eindringlich vor Telefonbetrügern
Der aktuelle Fall zeigt erneut, wie skrupellos Täter vorgehen. Sie setzen ihre Opfer gezielt unter Schock, erzeugen Zeitdruck und versuchen so zu verhindern, dass Angehörige oder die Polizei eingeschaltet werden.
Die Polizei rät deshalb dringend: Wer am Telefon mit einer dramatischen Geschichte und einer plötzlichen Geldforderung konfrontiert wird, sollte sofort misstrauisch werden.
Es glit immert: Gespräch beenden und sofort SELBST die Polizei unter der Notrufnummer 110 anrufen. Angehörige sollten über eine bekannte Telefonnummer direkt kontaktiert werden.
Persönliche oder finanzielle Verhältnisse sollten niemals gegenüber unbekannten Anrufern offengelegt werden. Besonders wichtig: Polizei und Justiz verlangen am Telefon NIEMALS Übergaben von Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen als Kaution oder ähnliches.
Auch ein angeblicher Anruf der Polizei unter der angezeigten Nummer 110 ist ein klares Warnsignal – die Polizei ruft Bürger nicht mit der im Display angezeigten Notrufnummer 110 an.
Polizei sucht Zeugen
Die Ermittler suchen nun Zeugen und weitere Hinweisgeber. Wer am Dienstagnachmittag in Gräfrath verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zu dem beschriebenen Mann machen kann, wird gebeten, sich bei der Polizei unter 0202 / 284-0 zu melden.
Der wichtigste Rat: Auch wenn die Geschichte am Telefon noch so dramatisch klingt – nicht unter Druck setzen lassen, auflegen und selbst überprüfen, ob tatsächlich etwas passiert ist.







