Kunst & KulturDer Winkelbunker in der Max-Leven-Gasse: Ein Mahnmal mitten in Solingen

Der Winkelbunker in der Max-Leven-Gasse: Ein Mahnmal mitten in Solingen

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Von Kay Ganahl

Am 13. September 2026 fand auch in Solingen der „Tag des offenen Denkmals“ statt. Unter anderem konnte der Bunker in der Max-Leven-Gasse besichtigt werden. Der historische Hochbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs steht mitten in der Innenstadt hinter dem Gebäude des Solinger Spar- und Bauvereins. Der Luftschutzbunker wurde 1940 in Form eines hohen Turms errichtet.

Als wir gegen Mittag bei Regenwetter vor dem Bunker eintrafen, herrschte auf dem Gelände rund um den großen Eingang bereits reger Andrang. Unter einem Zeltdach waren Informationstafeln aufgestellt. Zwei Mitarbeiterinnen des Max-Leven-Zentrums baten die Interessenten, sich namentlich in eine Liste für die Bunkerführungen einzutragen. An jeder Führung konnten jeweils zehn Personen teilnehmen.

Ein sogenannter Winkelbunker

Diese Art von Bunker wird als Winkelbunker bezeichnet. Seinen Namen verdankt der Bau seinem Konstrukteur Leo Winkel. Der 1885 in Köln geborene Architekt und Unternehmer gründete 1936 die Firma Winkel & Co. Duisburg, die Luftschutztürme errichtete.

Von der gleichen Bauart ist der Luftschutzbunker an der Lüneschloßstraße in Solingen. Dieser ist allerdings wesentlich kleiner als der Bunker in der Max-Leven-Gasse.

Der Winkelbunker ist ein Spitzbunker, der im Volksmund auch „Betonzigarre“ oder „Zuckerhut“ genannt wird. Im Englischen ist die Bezeichnung ant hill bunker, auf Deutsch „Ameisenhügel-Bunker“, gebräuchlich.

Während des von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkriegs von 1939 bis 1945 waren viele deutsche Städte von Bombenangriffen der Alliierten betroffen. Auch Solingen wurde zwischen 1940 und 1945 mehrfach angegriffen.

Schutz für rund 500 Menschen

Der Bunker in der Max-Leven-Gasse bot damals ungefähr 500 Menschen Schutz. Damit war er als Schutzraum von großer Bedeutung für die Bevölkerung, deren Leben sowohl durch das nationalsozialistische Regime als auch durch die Bombenangriffe der alliierten Luftstreitkräfte bedroht war.

Im Jahr 1944 überstand der Bunker einen Bombentreffer. Die Einschlagstelle im Beton ist noch heute zu sehen.

Der innere Ausbau des Bunkers ist außergewöhnlich. In ihm befindet sich ein doppelläufiges Treppenhaus: Zwei Treppen führen unabhängig voneinander spiralförmig nach oben. Außerdem besitzt der Bunker zwei Eingänge.

Auf diese Weise konnten damals viele Menschen gleichzeitig in den Bunker hinein- und wieder herausgelangen. Auf den Treppenstufen und Podesten befanden sich Sitzmöglichkeiten. In der Mitte des Bunkers gab es einen Bereich, in dem sogar Toiletten eingebaut waren. Dort war auch ein Wechsel zwischen den beiden Treppen möglich.

Dieser besondere Ausbau des Innenbereichs zeigt, dass der Bunker nicht für längere Aufenthalte vorgesehen war.

Historisches Zeugnis und Mahnung

Heute ist der Winkelbunker ein wichtiges historisches Zeugnis. Durch sein bloßes Vorhandensein führt er vor Augen, welche Folgen und Notwendigkeiten ein Krieg zwischen Staaten mit sich bringt. Zugleich ist er eine Mahnung, weil er an den unheilvollen Zweiten Weltkrieg und das Leid der Menschen erinnert.

Bei Bunkerführungen können Besucher viele Eindrücke davon gewinnen, was die Menschen damals zu ertragen hatten.

Insgesamt wurden rund 200 Winkelbunker gebaut. Die noch erhaltenen Bauwerke stehen heute meist unter Denkmalschutz.

Aus den Übeln der Vergangenheit müssen die Menschen der Gegenwart lernen.

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