Evakuierte Familie kann vorerst nicht zurück – Statiker bescheinigt fehlende Standsicherheit nach Abbrucharbeiten am Nachbargebäude
Solingen – Nach dem Großeinsatz an der Friedrich-Ebert-Straße / Liliensthalstraße am Montagabend gibt es neue Erkenntnisse zum beschädigten Wohnhaus. Die betroffene Familie kann weiterhin nicht in ihr Zuhause zurückkehren. Ein von ihr hinzugezogener Statiker hat nach Angaben der Stadt Solingen festgestellt, dass das Gebäude derzeit nicht standsicher ist und deshalb nicht genutzt werden darf.
Am Dienstagvormittag fand an der Einsatzstelle ein gemeinsamer Termin mit den zuständigen städtischen Dienststellen, der Feuerwehr und weiteren Beteiligten statt. Dabei wurde die Situation nach dem Einsatz vom Vorabend erneut begutachtet und das weitere Vorgehen abgestimmt.
Wie die städtische Pressestelle den Solinger Nachrichten am Dienstagnachmittag mitteilte, hat die Bauaufsicht inzwischen konkrete Maßnahmen angeordnet. Der Verantwortliche, der die Abbrucharbeiten am unmittelbar angrenzenden Gebäude durchführen ließ, muss unverzüglich tätig werden.
Bauaufsicht ordnet Sicherungsmaßnahmen an
Nach Angaben von Tobias Kollig, Abteilungsleiter Presse, Öffentlichkeit und Kommunikation der Stadt Solingen, wurde dem Verantwortlichen von der Bauaufsicht auferlegt, einen qualifizierten Tragwerksplaner zu beauftragen. Dieser muss zunächst ermitteln, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die betroffenen baulichen Anlagen zu sichern.
Anschließend müssen die notwendigen Arbeiten unverzüglich durch geeignete Fachunternehmen umgesetzt werden.
Eine Rückkehr der Familie in ihr Wohnhaus ist damit vorerst ausgeschlossen. Erst wenn ausreichende Sicherungsmaßnahmen durchgeführt worden sind und ein qualifizierter Tragwerksplaner die sichere Nutzung des Hauses bestätigt, kann das Gebäude wieder freigegeben werden.
Wann dies der Fall sein wird, ist derzeit noch völlig offen.
Statiker: Haus derzeit nicht standsicher
Auslöser des Großeinsatzes waren massive Schäden und Risse an der Außenwand eines Kinderzimmers. Das Wohnhaus grenzt unmittelbar an ein Gebäude, an dem Abbrucharbeiten durchgeführt werden. Nachdem die Familie die Schäden bemerkt hatte, verließ sie das Haus und brachte sich in Sicherheit.
Die Feuerwehr rückte daraufhin am Montagabend mit einem Großaufgebot zur Friedrich-Ebert-Straße und zur angrenzenden Lilienthalstraße aus. Neben Kräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr waren auch zahlreiche weitere Spezialfahrzeuge und weitere Beteiligte vor Ort.
Verantwortung für sicheren Abbruch liegt beim Bauherrn
Die Stadt erläuterte am Dienstag zudem das Verfahren bei Abbrucharbeiten. Die vollständige Beseitigung baulicher Anlagen muss der Bauaufsicht angezeigt werden. Diese prüft, ob die notwendigen Unterlagen vorliegen.
Zu diesen Unterlagen gehört nach Angaben der Stadt unter anderem die Bescheinigung eines qualifizierten Tragwerksplaners, dass ein verbleibendes Gebäude während und nach dem Abbruch standsicher bleibt.
Für die sichere Durchführung der Arbeiten ist jedoch der Bauherr sowie die von ihm beauftragten Unternehmen und der qualifizierte Tragwerksplaner verantwortlich.
Wie es an der Friedrich-Ebert-Straße bzw. der Lilienthalstraße konkret weitergeht, hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen geplant und umgesetzt werden können. Für die betroffene Familie bedeutet dies zunächst: Sie kann weiterhin nicht in ihr Zuhause zurückkehren.







