Eine mobile Beschattung für heiße Sommertage ist vorerst nicht in Sicht. CDU-Fraktionschefin Gerlinde Steingrüber zeigt sich von der Antwort der Verwaltung enttäuscht und kündigt an: Das Thema ist noch lange nicht erledigt.
Solingen – Wenn im kommenden Sommer die Sonne wieder auf den Ohligser Marktplatz brennt, dürfte eine zusätzliche Beschattung dort weiterhin fehlen. Ein gemeinsamer Vorstoß aus der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid (OAM) hat zumindest vorerst nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.
CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und SG zukunft. hatten gemeinsam prüfen lassen, ob während der Sommermonate eine mobile beziehungsweise saisonale Beschattung auf dem Marktplatz eingerichtet werden könnte. Dass ein entsprechender gemeinsamer Antrag auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung stand, ist dokumentiert.
Die Antwort der Verwaltung fällt nach Darstellung der CDU allerdings ernüchternd aus: Für eine solche Maßnahme stünden „derzeit weder personelle noch finanzielle Ressourcen zur Verfügung“.
Steingrüber: Antwort der Verwaltung „mehr als enttäuschend“
Bei Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung OAM, sorgt das für deutliche Kritik.
„Die Mehrheit der Mitglieder unserer Bezirksvertretung nimmt das Thema Hitzeschutz bei uns im Stadtteil ernst. Das zeigt der gemeinsame Prüfauftrag, den wir mit unseren politischen Mitbewerbern auf den Weg gebracht haben. Doch die Antwort von Ressort 5 ist mehr als enttäuschend“, erklärt Steingrüber.
Aus ihrer Sicht macht es sich die Verwaltung mit dem Verweis auf fehlendes Personal und fehlendes Geld zu einfach. „Mit diesen Argumenten kann man jede politische Initiative im Keim ersticken“, kritisiert die CDU-Politikerin.
Steingrüber vermisst vor allem alternative Überlegungen und Lösungsansätze. Für „Kreativität und Einfallsreichtum“ sei eine solche Antwort jedenfalls kein Beispiel, macht sie deutlich.
Hitzeschutz in Ohligs schon länger ein Thema
Neu ist die Diskussion nicht. Bereits 2025 gab es politische Forderungen nach einem besseren Hitzeschutz auf dem Ohligser Marktplatz. Auch auf der aktuellen Solinger Ideenkarte zur Klimaanpassung finden sich Vorschläge für mehr Schatten auf dem Ohligser Markt – darunter Rankhilfen über Sitzbänken sowie zusätzliche Baumgruppen.
Für Steingrüber ist deshalb klar, dass die Diskussion mit der jetzigen Antwort der Verwaltung nicht beendet sein kann.
„Der nächste Sommer kommt bestimmt, und er wird vielleicht sogar noch einmal heißer als der letzte. Spätestens dann wird uns das Thema wieder einholen“, sagt sie.
Der Ohligser Marktplatz sei zentraler Treffpunkt des Stadtteils und zugleich Veranstaltungsfläche für Wochenmarkt und zahlreiche Feste. Gerade an heißen Sommertagen könne die starke Sonneneinstrahlung die Aufenthaltsqualität jedoch erheblich beeinträchtigen.
CDU will beim dritten Anlauf nicht lockerlassen
Eine mobile oder saisonale Lösung hätte aus Sicht der CDU einen entscheidenden Vorteil: Sie könnte Schatten schaffen, ohne die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten des Marktplatzes dauerhaft einzuschränken.
Steingrüber weist zudem darauf hin, dass die Politik mit ihrem Prüfauftrag keineswegs verlangt habe, kurzfristig Geld für eine Sofortmaßnahme bereitzustellen. Vielmehr sollte die Verwaltung Möglichkeiten untersuchen und das Thema auch mit Blick auf den nächsten Haushaltsplan für 2027 betrachten.
Genau deshalb stößt die knappe Absage bei der CDU auf Unverständnis.
„Zweimal hat es nicht geklappt mit einem solchen Vorstoß für mehr Hitzeschutz. Wir werden es auch ein drittes Mal versuchen. Versprochen“, kündigt Steingrüber an.
Damit dürfte das Thema spätestens vor dem nächsten Sommer erneut auf dem Tisch liegen. Die politische Forderung nach mehr Schatten auf dem Ohligser Marktplatz ist jedenfalls nicht vom Tisch – auch wenn die Verwaltung dafür derzeit weder Personal noch Geld zur Verfügung sieht.







