Bezirksbürgermeister Errestink begrüßt Kompromiss – Umbau soll zugleich Fuß- und Radverkehr verbessern
Solingen – Bei der geplanten Umgestaltung des Birkenweihers bleiben deutlich mehr Parkmöglichkeiten erhalten als zunächst vorgesehen. Bezirksbürgermeister Dirk Errestink (CDU) begrüßt die überarbeiteten Planungen als Kompromiss, der unterschiedliche Interessen in der Innenstadt miteinander verbinden soll.
Gerade in innerstädtischen Bereichen ist die Frage nach Parkraum von erheblicher Bedeutung. Anwohner sind ebenso auf erreichbare Stellplätze angewiesen wie Besucher, Kunden und Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht ohne Weiteres auf das Auto verzichten können. Gleichzeitig stehen Städte vor der Aufgabe, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, Barrieren abzubauen und das Stadtklima zu verbessern. Am Birkenweiher soll nun versucht werden, diese unterschiedlichen Anforderungen miteinander zu verbinden.
Nach Angaben der CDU sollten zwischen Ufergarten und Elisenstraße nach den ursprünglichen Planungen der Verwaltung zahlreiche Parkplätze wegfallen. Die Planungen waren im April in der Bezirksvertretung Mitte auf Kritik gestoßen und anschließend noch einmal überarbeitet worden. Die Stadt verfolgt mit dem Projekt grundsätzlich das Ziel, die Verbindung zwischen Innenstadt, Grünanlage Birkenweiher und Südpark aufzuwerten. Die Entwicklung einer solchen Fuß- und Freizeitachse ist bereits Bestandteil des städtischen Entwicklungskonzeptes „City 2030“.
Errestink sieht in der nun gefundenen Lösung einen Erfolg der politischen Beratungen.
„Das ist eine gute und maßvolle Lösung. Die Verwaltung ist auf unsere Bedenken eingegangen, die in der Bezirksvertretung Mitte auch überparteilich vorgebracht wurden. Es war richtig, dass die BV Mitte die Pläne für eine neue Wegeachse zwischen Südpark und Entenpfuhl über den Birkenweiher im April ausgebremst und zur Überarbeitung und Verbesserung zurück ins Rathaus gegeben hat. Jetzt müssen zwei Parkplätze weichen. Ein größerer Wegfall wäre den Bürgerinnen und Bürgern nicht zu vermitteln gewesen“, erklärt der Bezirksbürgermeister.
Dass Parkraum in diesem Bereich eine besondere Rolle spielt, zeigt auch die bestehende Bewohnerparkregelung: Sowohl Birkenweiher als auch Elisenstraße und Teile des Entenpfuhls gehören zu ausgewiesenen Bewohnerparkbereichen.
Mehr Platz für Fußgänger und Verbesserungen für Radfahrer
Nach Darstellung Errestinks soll der Erhalt von Parkplätzen jedoch nicht zulasten anderer Verkehrsteilnehmer gehen. Die überarbeitete Planung sieht deshalb auch Verbesserungen für Fußgänger, Radfahrer und Menschen mit Beeinträchtigungen vor.
„Als CDU-Fraktion setzen wir uns grundsätzlich für den Erhalt von Parkplätzen ein, sofern dies machbar ist und anderen begründeten Interessen nicht im Wege steht“, erklärt Errestink. Das Ergebnis sei aus seiner Sicht ein ausgewogenes Mobilitätskonzept.
Im Kreuzungsbereich Birkenweiher/Ufergarten soll demnach ein Blindenleitsystem integriert werden. Auch die Radverkehrsinfrastruktur soll verbessert werden. Der Gehweg im Bereich der Straße Birkenweiher soll auf mindestens zwei Meter verbreitert werden.
Die grundsätzliche Zielsetzung der Stadt sieht ebenfalls eine stärkere Verbindung zwischen Innenstadt und Südpark sowie bessere Bedingungen für Fußgänger vor. Im städtischen Entwicklungskonzept wird der Birkenweiher ausdrücklich als Teil einer Freizeitachse genannt.
Zwei neue Bäume und weniger Tempo
Auch die Verkehrssicherheit soll bei der Umgestaltung eine Rolle spielen. Im Einmündungsbereich Elisenstraße/Birkenweiher am Zugang zur Grünanlage ist eine Teilaufpflasterung vorgesehen. Dadurch soll die Geschwindigkeit des Autoverkehrs reduziert werden.
Bei einem Ortstermin sei aufgefallen, so Errestink, dass einige Autofahrer dort zu schnell unterwegs seien.
Zusätzlich sollen zwei neue Bäume gepflanzt werden. Für Errestink gehört auch mehr Grün zu einer attraktiveren Innenstadt: „Wegen der Aufenthaltsqualität und des Stadtklimas in der ziemlich zubetonierten Innenstadt setze ich mich als Bezirksbürgermeister für mehr Stadtgrün und mehr Bäume in unserer City ein.“
Die Diskussion am Birkenweiher zeigt damit beispielhaft den Zielkonflikt, vor dem viele Innenstädte stehen: Öffentlicher Raum ist begrenzt. Parkmöglichkeiten, sichere und ausreichend breite Gehwege, Radverkehr, Barrierefreiheit und zusätzliche Grünflächen konkurrieren um denselben Platz.
Am Birkenweiher soll nun ein Kompromiss umgesetzt werden, bei dem vorhandener Parkraum möglichst weitgehend erhalten bleibt und gleichzeitig Verbesserungen für andere Verkehrsteilnehmer sowie das Stadtbild erreicht werden.
„Das Ziel dieser Einzelmaßnahmen ist klar: Wir wollen unsere Innenstadt Schritt für Schritt lebenswerter und besser gestalten“, betont Errestink.







