Gummersbach. Der Bergische HC hat das Bergische Derby beim VfL Gummersbach mit 30:38 (14:21) verloren. Vor ausverkaufter Kulisse in der Schwalbe-Arena brachten sich die Löwen vor allem durch eine schwache Phase in der ersten Halbzeit um die Chance, den Favoriten ernsthaft unter Druck zu setzen.
Dabei begann die Partie aus Sicht des BHC durchaus vielversprechend. Bis zum 6:6 hielt die Mannschaft von Arnor Gunnarsson und Markus Pütz die Begegnung offen. Die Abwehr stand ordentlich und Christopher Rudeck fand mit einigen Paraden gut ins Spiel. Auch im schnellen Umschaltspiel setzte der BHC zunächst Akzente.
Sechs Gegentore in Serie
Dann kippte die Partie innerhalb weniger Minuten. Fünf technische Fehler des BHC ermöglichten Gummersbach sechs Treffer in Folge. Aus dem 6:6 wurde ein 6:12 – und die Löwen gerieten früh deutlich ins Hintertreffen.
Der VfL nutzte die Fehler konsequent und zeigte insbesondere aus dem Rückraum seine Qualität. Nikola Roganovic, Alex Dujshebaev und Miro Schluroff sorgten immer wieder für Gefahr. Bis zur Halbzeit wuchs der Rückstand des BHC auf 14:21 an.
Damit war das Derby nach 30 Minuten bereits nahezu entschieden.
Steinhaus und Becher treffen jeweils achtmal
Trotz des deutlichen Rückstands gab sich der BHC nach der Pause nicht auf. Sören Steinhaus und Lukas Becher waren mit jeweils acht Treffern die erfolgreichsten Werfer der Bergischen. Becher überzeugte von außen und verwandelte zudem drei Siebenmeter. Steinhaus übernahm viel Verantwortung und suchte immer wieder entschlossen den Weg zum Tor.
Im zweiten Durchgang wechselte Kristian van der Merwe für Rudeck zwischen die Pfosten. Nico Schöttle blieb im Innenblock und übernahm dort wichtige Aufgaben, während der angeschlagene Gerdas Babarskas aufgrund von Magenproblemen komplett geschont werden konnte.
Auch Johannes Wasielewski erhielt Entlastung. In der Schlussphase kam Zeb Bjerneld im rechten Rückraum zum Einsatz und erzielte in seinem zweiten Bundesligaspiel seinen ersten Treffer.
Gelungenes Debüt für Janik Schrader
Ein Lichtblick aus Sicht der Löwen war das Debüt von Janik Schrader. Der Neuzugang hatte bislang aufgrund einer Fußverletzung pausieren müssen und kam nun für gut zwölf Minuten zum Einsatz.
Schrader belebte das Angriffsspiel, erzielte zwei Treffer und setzte Lukas Becher sehenswert in Szene. Sein erster Auftritt machte deutlich, dass der Linkshänder dem BHC in den kommenden Spielen zusätzliche Möglichkeiten bieten kann.
Am Ausgang der Partie änderte dies allerdings nichts mehr. Zwar gelangen den Löwen immer wieder kleinere Serien, doch der Rückstand bewegte sich nahezu konstant zwischen sieben und acht Treffern.
Am Ende stand ein 30:38 (14:21) aus Sicht des Bergischen HC.
Pütz: „Der Sieg geht auch in der Höhe vollkommen in Ordnung“
BHC-Trainer Markus Pütz erkannte den Erfolg des VfL anschließend an. Besonders der 0:6-Lauf in der ersten Halbzeit habe seiner Mannschaft geschadet. Durch die eigenen Fehler sei Gummersbach immer wieder zum Tempospiel eingeladen worden.
„Der Sieg geht auch in der Höhe vollkommen in Ordnung“, bilanzierte Pütz. Positiv bewertete er insbesondere die ersten Einsatzminuten von Janik Schrader: „Er wird uns sehr gut tun.“
Auch BHC-Geschäftsführer Fabian Gutbrod sah im Comeback Schraders und im Einsatz von Nico Schöttle die Lichtblicke des Abends. Entscheidend sei jedoch die Schwächephase in der ersten Hälfte gewesen: „Der 0:6-Lauf killt uns – und auch ein bisschen die Moral und den Glauben.“
VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson zeigte sich dagegen vor allem mit der ersten Halbzeit seiner Mannschaft zufrieden. Die Fehler des BHC und deren konsequente Nutzung seien der Schlüssel zum Spiel gewesen.
Für den BHC gilt es nun, die Niederlage schnell abzuhaken. Die zweite Halbzeit zeigte zumindest, dass die Löwen trotz des deutlichen Rückstands dagegenhielten. Entscheidend für die kommenden Aufgaben wird sein, Phasen wie den folgenschweren 0:6-Lauf künftig zu vermeiden.







