SolingenSolinger Bauverwaltung macht Tempo bei der Digitalisierung

Solinger Bauverwaltung macht Tempo bei der Digitalisierung

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Bauanträge werden ab sofort online eingereicht – Stadt hat Prozesse frühzeitig umgestellt und setzt auf eine vollständig digitale Bearbeitung

Solingen. Weniger Papier, schnellere Abläufe und moderne Verwaltungsprozesse: Die Stadt Solingen hat bei der Digitalisierung ihrer Bauverwaltung einen wichtigen Meilenstein erreicht. Bauanträge und Anträge auf Vorbescheid werden ab sofort grundsätzlich online eingereicht. Die Solinger Bauaufsicht ist darauf bereits seit längerem vorbereitet – und hat nicht nur die Antragstellung, sondern auch die internen Abläufe konsequent digitalisiert.

Hintergrund ist der neue BauCode NRW, der die digitale Einreichung von Bauanträgen vorschreibt. Während die gesetzliche Verpflichtung nun greift, hat die Stadt Solingen die notwendigen Strukturen bereits frühzeitig geschaffen. Gemeinsam mit solingen.digital wurde ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt umgesetzt. Bereits seit Ende 2025 ist die Bauaufsicht an das Bauportal.NRW angeschlossen. Seit September ist die digitale Antragstellung der Regelfall.

Besonders wichtig: Die Digitalisierung endet in Solingen nicht beim Onlineformular. Auch innerhalb der Verwaltung werden die Anträge inzwischen medienbruchfrei digital bearbeitet. Unterlagen müssen damit nicht erst ausgedruckt, weitergereicht oder erneut eingescannt werden. Mehrere Beteiligte können gleichzeitig auf die benötigten Dokumente zugreifen.

Flemm: „Projekterfolg“ kann Blaupause sein

Oberbürgermeister Daniel Flemm sieht darin einen wichtigen Fortschritt für Bürger und Wirtschaft. Gerade das Thema Baugenehmigungen sei in der Vergangenheit immer wieder auf die Agenda gesetzt worden.

„Wiederholt haben die Bevölkerung und die Wirtschaft insbesondere das Thema Baugenehmigung auf die Agenda gesetzt; zu Recht. Die geänderte Gesetzgebung war für uns Antrieb, nicht nur den Onlineantrag zu ermöglichen, sondern auch die interne Bearbeitung auf digitale Prozesse umzustellen. Dem sind wir mit diesem Projekterfolg nun nachgekommen!“, betont Flemm.

Der Oberbürgermeister sieht in dem Projekt zugleich ein Beispiel dafür, wie gesetzliche Veränderungen mit einer praktischen Modernisierung der Verwaltung verbunden werden können: „Dies kann eine Blaupause für weitere Kombinationen aus Gesetzesänderungen und praktischer Umsetzung, auch für andere Bereiche, sein. Sinnvollerweise direkt dem Ansatz Law-As-Code folgend.“

Nicht nur digitalisieren, sondern Abläufe verbessern

Bemerkenswert ist dabei, dass die Stadtverwaltung nicht lediglich den bisherigen Papierantrag ins Internet übertragen hat. Parallel wurden interne Prozesse und eingesetzte Technologien überarbeitet.

Das soll die Bearbeitung beschleunigen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand reduzieren. Digitale Unterlagen stehen unmittelbar zur Verfügung und müssen nicht zunächst eingescannt werden. Zudem können die am Verfahren beteiligten Stellen gleichzeitig darauf zugreifen.

Perspektivisch soll so ein vollständig digitales Verfahren vom Antrag bis zur abschließenden Entscheidung möglich werden. Dafür müssen allerdings noch letzte Voraussetzungen auf Landesebene geschaffen werden.

Für Fachleute ist die digitale Einreichung Pflicht

Von der neuen Regelung betroffen sind insbesondere diejenigen, die beruflich Bauanträge erstellen. Dazu gehören unter anderem Architekten, Bauingenieure sowie bestimmte Handwerksmeister. Für sie ist die digitale Antragstellung gesetzlich vorgeschrieben.

Ausnahmen gibt es bei einfacheren Vorhaben, bei denen Bürger einen Antrag selbst stellen dürfen und keine Fachperson erforderlich ist. Solche Anträge können weiterhin schriftlich eingereicht werden. Die Stadt digitalisiert die Unterlagen anschließend und bearbeitet sie elektronisch weiter.

Immer mehr Leistungen der Bauverwaltung online

Die Digitalisierung der Solinger Bauverwaltung geht zudem über den eigentlichen Bauantrag hinaus. Im Serviceportal stehen bereits weitere Dienstleistungen digital zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Baubeginnanzeigen, das Nachreichen von Unterlagen sowie Baulastenauskünfte.

Auch beim Bauarchiv schreitet die Modernisierung voran. Hausakten ab dem Jahr 1945 sollen schrittweise digital bereitgestellt werden.

Damit zeigt die Solinger Stadtverwaltung an einem für Bürger, Bauherren und Unternehmen besonders wichtigen Bereich, welchen konkreten Nutzen Digitalisierung haben kann: weniger Medienbrüche, einfachere Abläufe und perspektivisch schnellere Verfahren. Entscheidend wird nun sein, dass sich diese Vorteile auch dauerhaft in den Bearbeitungszeiten bemerkbar machen.

Die entsprechenden Online-Dienstleistungen sind über das Serviceportal der Stadt Solingen unter https://www.service.solingen.de erreichbar.

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