SOLINGEN. Während Vertretungslehrer in anderen Regionen mitunter pünktlich zu Beginn der Sommerferien arbeitslos werden, soll die Situation an den Solinger Grundschulen anders aussehen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Solingen lobt ausdrücklich die Praxis des Solinger Schulamtes. Befristete Verträge würden nach Möglichkeit so gestaltet und verlängert, dass Vertretungskräfte auch während der Ferien weiter beschäftigt bleiben.
Hintergrund sind Berichte über Vertretungslehrer, deren befristete Arbeitsverträge mit Beginn der Sommerferien enden und die sich für einige Wochen arbeitslos melden müssen, bevor sie zum neuen Schuljahr erneut beschäftigt werden. Diese Praxis sorgt regelmäßig für Kritik und Verunsicherung bei den Betroffenen.
Nach Angaben des VBE Solingen betrifft dieses Problem die Grundschulen in der Klingenstadt jedoch nicht.
VBE: Schulamt nimmt Fürsorgepflicht ernst
„Die Berichterstattung zeichnet ein düsteres Bild, das für viele Regionen in Deutschland leider Realität ist. Umso wichtiger ist es uns zu betonen: Für Solingen trifft das nicht zu!“, erklärt Jens Merten, Vorsitzender des VBE Solingen.
Das Schulamt setze nach Einschätzung des Verbandes seit Jahren Maßstäbe und nehme seine soziale Verantwortung gegenüber den Vertretungslehrern ernst. „Befristete Verträge werden nach Möglichkeit immer so gestaltet und frühzeitig verlängert, dass Vertretungslehrkräfte nicht in die Sommerferien-Arbeitslosigkeit gedrängt werden. Dieses verlässliche und verantwortungsvolle Handeln verdient unser ausdrückliches Lob“, so Merten.
Gerade für junge Lehrer am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn sei eine durchgängige Beschäftigung besonders wichtig. Viele von ihnen sammeln zunächst über Vertretungsstellen Berufserfahrung und sind entsprechend auf eine verlässliche finanzielle Absicherung angewiesen.
„Menschlich, fair und verlässlich“
Auch Daniel Weber, stellvertretender Vorsitzender des VBE Solingen, sieht in der Solinger Praxis einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung und Bindung von Lehrkräften.
„Wer Lehrkräfte gewinnen und dauerhaft an unsere Schulen binden möchte, muss ihnen Wertschätzung und Prekaritätsschutz bieten. Es darf nicht sein, dass Nachwuchskräfte in den Sommerferien zum Amt geschickt werden“, erklärt Weber.
Das Solinger Schulamt zeige nach Ansicht des VBE, dass auch bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen ein fairer und verlässlicher Umgang möglich sei. Diese Praxis schaffe Vertrauen und stärke zugleich den Schulstandort Solingen.
VBE sieht Solingen als Vorbild
Der VBE Solingen appelliert deshalb an andere Schulträger und Schulaufsichten, sich die Vorgehensweise in der Klingenstadt zum Vorbild zu nehmen. Eine durchgehende Beschäftigung und finanzielle Absicherung während der Ferien sei aus Sicht des Verbandes nicht nur eine Frage der Fairness gegenüber den Beschäftigten.
Sie könne zugleich dazu beitragen, qualifizierte Lehrer langfristig für die Schulen zu gewinnen und zu halten. Angesichts des anhaltenden Lehrkräftemangels sieht der VBE darin einen wichtigen Baustein für eine verlässliche Unterrichtsversorgung.







