Politik & MeinungRatsfrau Nina Brattig verlässt FDP und will zur CDU wechseln

Ratsfrau Nina Brattig verlässt FDP und will zur CDU wechseln

- Anzeige - spot_img

SOLINGEN. Politischer Wechsel im Solinger Stadtrat: Nina Brattig kehrt der FDP den Rücken und will künftig Mitglied der CDU werden. Ihre Entscheidung sei über einen längeren Zeitraum gereift, erklärt die Ratsfrau gegenüber den Solinger Nachrichten. Brattig zweifelt an der weiteren Zukunft der FDP und sieht ihre politische Heimat künftig bei den Christdemokraten. Gerade in der aktuellen politischen Lage sei es für sie „wichtig die Mitte zu stärken“.

„Ich glaube nicht mehr daran, dass die FDP weiter existiert auf allen Ebenen“, erklärt Brattig. Ihre Entscheidung für die CDU verbindet sie deshalb mit dem Wunsch, die politische Mitte zu stärken. Auch Ute Klein und Jens Kern seien inzwischen aus der FDP ausgetreten.

Unterschiedliche Sicht auf die vergangenen Monate

Brattig und der FDP-Kreisvorstand bewerten die Entwicklung der vergangenen Monate in einigen Punkten unterschiedlich. Die Liberalen erklären, man habe Brattig vor und nach der Neuwahl des Kreisvorstandes im Sommer mehrfach Gespräche angeboten.

Brattig schildert, dass vorgeschlagene Termine für sie aufgrund bereits bestehender Verpflichtungen nicht wahrnehmbar gewesen seien. Als Beispiele nennt sie einen Urlaub und eine Ausschusssitzung. Zudem berichtet sie von persönlichen Auseinandersetzungen bei einem Parteitermin vor den Sommerferien.

Beide Seiten ziehen nun ihre Konsequenzen aus der Entwicklung. Brattig orientiert sich politisch neu, während die FDP die internen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre abschließen und sich wieder stärker auf die Sacharbeit konzentrieren möchte.

Diskussion um Brattigs Ratsmandat

Kritisch sieht der FDP-Kreisvorstand, dass Brattig ihr Ratsmandat behalten will. Sie war über die Liste der FDP in den Solinger Stadtrat eingezogen.

Die Liberalen erinnern daran, dass Brattig nach dem Austritt ihres damaligen Ratsgruppenkollegen Daniel Schirm im Juni diesen Jahres selbst die Auffassung vertreten hatte, dieser solle sein über die FDP-Liste erhaltenes Mandat zurückgeben. In einem Schreiben an die Mitglieder soll Brattig damals zudem erklärt haben, der FDP treu zu bleiben und ihr Ratsmandat weiterhin für die Freien Demokraten ausüben zu wollen.

Inzwischen habe sich ihre Einschätzung der politischen Situation verändert, macht Brattig deutlich. Die FDP respektiere ihre Entscheidung, würde es nach eigenen Angaben aber weiterhin begrüßen, wenn Brattig das über die Partei errungene Ratsmandat zurückgeben würde.

FDP richtet den Blick nach vorne

Die FDP Solingen sieht die personellen Veränderungen zugleich als Abschluss eines längeren Neuaufstellungsprozesses. Der Kreisvorstand verweist auf ein neues Werte-Leitbild und ein neu zusammengestelltes Vorstandsteam. Die Liberalen wollen damit nach eigenen Angaben einen Schlussstrich unter die Streitigkeiten der vergangenen Jahre ziehen und sich künftig wieder stärker auf politische Themen in Solingen konzentrieren.

Damit gehen Brattig und die FDP künftig getrennte politische Wege: Die Liberalen wollen mit ihrem neuen Team nach vorne schauen. Brattig will ihr Ratsmandat weiterhin wahrnehmen und ihre politische Arbeit künftig als Mitglied der CDU fortsetzen.

- Anzeige - spot_img