Löwen drehen Sechs-Tore-Rückstand in Balingen – van der Merwe wird beim 29:28 zum Matchwinner
BALINGEN. Der Knoten ist geplatzt: Der Bergische HC hat die ersten Punkte der neuen Bundesliga-Saison eingefahren. Nur zwei Tage nach dem 30:29 (17:16) Erfolg im Europapokal bei Tatran Presov setzten sich die Löwen am Samstag beim HBW Balingen-Weilstetten mit 29:28 (14:17) durch. Matchwinner war Torhüter Kristian van der Merwe, der den knappen Vorsprung in der Schlussphase mit einer entscheidenden Parade festhielt.
Dabei sah es zunächst überhaupt nicht nach einem Erfolg für den BHC aus. Die Bergischen taten sich in der Anfangsphase vor allem im Abschluss schwer und scheiterten immer wieder am starken Balinger Torhüter Vladimir Cupara. Nach gut einer Viertelstunde lagen die Löwen bereits mit 5:11 zurück.
Doch der BHC ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Fynn Hangstein und Janik Schrader übernahmen zunehmend Verantwortung im Rückraum, gleichzeitig stabilisierte sich die Abwehr. Auch der eingewechselte Kristian van der Merwe war sofort im Spiel und parierte unter anderem zwei Siebenmeter.
So verkürzten die Gäste ihren Rückstand bis zur Pause auf 14:17 – und hielten sich damit alle Möglichkeiten für die zweite Hälfte offen.
Löwen drehen die Partie
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel. Der BHC arbeitete sich Tor für Tor heran. Tom Bergner verkürzte zunächst auf 20:21. Wenig später nutzten die Bergischen eine Überzahlsituation: Bergner erzielte den 21:21-Ausgleich, Sören Steinhaus brachte die Löwen anschließend erstmals in Führung.
Von nun an war der BHC am Drücker. Zwar gelang es den Gästen zunächst nicht, sich entscheidend abzusetzen, doch die Mannschaft hielt dem zunehmenden Druck stand.
Beim Stand von 26:26 bekam schließlich Tim Hilding seinen großen Auftritt. Der Schwede war auf dem Rückflug aus Presov erkrankt und eigentlich nur für einen kurzen Einsatz vorgesehen. Trotzdem erzielte er zunächst das 27:26 und legte in Überzahl das 28:26 nach.
Tom Bergner erhöhte in der Schlussphase auf 29:27. Balingen verkürzte noch einmal und bekam schließlich sogar die Chance zum Ausgleich.
Van der Merwe hält den Sieg fest
Dann schlug erneut die Stunde von Kristian van der Merwe. Balingens Merlin Fuß kam frei zum Abschluss – doch der dänische Keeper parierte und rettete damit den 29:28-Erfolg über die Zeit.
Van der Merwe kam in 42 Minuten auf insgesamt 15 Paraden und eine starke Quote von 45 Prozent. Vier Siebenmeter entschärfte der Torhüter und wurde damit zum entscheidenden Rückhalt der Bergischen.
Trainer Markus Pütz zeigte sich nach der Partie vor allem angesichts der schwierigen Voraussetzungen stolz auf seine Mannschaft. Weniger als 48 Stunden zuvor hatte der BHC noch im Europapokal gespielt, dazu kamen rund 1.500 Kilometer Reise und kaum Zeit für ein geregeltes Training.
„Die Wende in der zweiten Halbzeit gelingt durch die Abwehr- und Torhüter-Leistung. Kristian van der Merwe hat ganz wichtige Paraden“, sagte Pütz. Für ihn war der Erfolg auch mit Blick auf die Tabellensituation besonders wertvoll: „Es ist ein wichtiger Sieg gegen einen direkten Konkurrenten. Hier in Balingen zu gewinnen, ist richtig schwer.“
Gutbrod: „Das tut uns allen gut“
Auch Fabian Gutbrod hob die kämpferische Leistung der Mannschaft hervor. Trotz der Belastungen und personellen Probleme habe der BHC genau die Einstellung gezeigt, die für eine solche Partie notwendig gewesen sei.
„Wir waren unglaublich kämpferisch, waren bereit und haben an die Idee geglaubt“, sagte Gutbrod. Besonders Nico Schöttle im Innenblock, Kristian van der Merwe im Tor und der angeschlagene Tim Hilding seien in die Bresche gesprungen.
Nach einem schwierigen Saisonstart können die Löwen nun gleich doppelt durchatmen: Innerhalb von weniger als 48 Stunden gelangen zwei knappe Siege – zunächst im Europapokal in Presov und nun auch der erste Erfolg in der Handball-Bundesliga.
„Ich freue mich riesig, dass wir zwei Siege in Folge haben, dass wir die ersten Bundesliga-Punkte haben“, so Gutbrod. „Das war verdient, das tut uns allen gut.“
Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht. Bereits am Dienstag wartet die nächste Aufgabe im Europapokal – dann dürfen die Löwen wieder vor heimischer Kulisse in der Klingenhalle ran.







