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SolingenFamiliengeschichten der jüdischen Kaufleute in Ohligs

Familiengeschichten der jüdischen Kaufleute in Ohligs

Stadtarchiv stellt am Freitag lokalgeschichtliches Buch im Rahmen eines Stadtteil-Rundgangs vor

Solingen/ Armin Schulte und Daniela Tobias stellen am Freitag, 29. April, um 16.30 Uhr im Beisein von Bürgermeister Thilo Schnor ihr Buch „Jüdische Kaufleute in Ohligs“ im Rahmen eines Stadtrundgangs vor. Die vom Max-Leven-Zentrum/Stadtarchiv Solingen im Bergischen Verlag veröffentlichte Publikation verfolgt auf 188 Seiten die Entwicklung jüdischen Lebens in Ohligs anhand von elf Familiengeschichten entlang der Düsseldorfer Straße. Fotos, Geschäftsanzeigen, Familienanzeigen und persönliche Dokumente zeichnen ein lebendiges Bild des gesellschaftlichen und geschäftlichen Umfeldes, aber auch der Verfolgung während der NS-Zeit.

Treffpunkt ist an der Düsseldorfer Straße 40, Ecke Forststraße, am ehemaligen Kaufhaus der Familie Davids. Der Rundgang wird einige Stationen exemplarisch vertieft beleuchten und als Blick hinter die Kulissen auch auf die Recherche und die Entstehung des Buches eingehen. Der Historiker Armin Schulte und die Kommunikationsdesignerin Daniela Tobias sind seit 2020 beim Stadtarchiv für den Aufbau der Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum Solingen angestellt.

Die Düsseldorfer Straße war in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 eines der Hauptziele der Solinger NS-Verbände, die jüdische Kaufhäuser und Privatwohnungen verwüsteten und ihre Besitzer bedrohten und misshandelten. Damit begann die endgültige Vertreibung der jüdischen Kaufleute aus Ohligs, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in die prosperierende Mittelstadt im Rheinland gezogen waren und sich eine Existenz aufgebaut hatten. Familien wie Davids, Steeg und Steinberger galten bis in die 1930er Jahre als geachtete Bürgerinnen und Bürger, die sich neben ihrem Beruf auch in Vereinen, in der Kommunalpolitik und in Wirtschaftsverbänden engagierten. Ihre Mode-, Schuh- und Weißwarenläden waren für die Ohligser und Ohligserinnen beliebte Einkaufsziele und prägten die Entwicklung der modernen Einkaufsstraße maßgeblich.

„Wir wollten ein möglichst umfassendes Bild der jüdischen Kaufleute in Ohligs zu zeichnen, das nicht auf die Zeit der Verfolgung und des Holocaust verkürzt ist, sondern auch die Rolle der Geschäftsfrauen würdigt, die oft gut ausgebildete Mitarbeiterinnen oder selbständige Unternehmerinnen waren“, beschreibt Daniela Tobias ein zentrales Anliegen.

Ohligs bildete einen Mikrokosmos, der die Emanzipation der Juden und Jüdinnen über drei Generationen hinweg in recht typischer Weise widerspiegelte. Waren die Eltern der ersten Geschäftsgründer in Ohligs noch Viehhändler oder Metzger gewesen, so genossen ihre Kinder bereits eine höhere schulische Ausbildung und studierten oder heirateten in akademische Kreise ein. Ihnen zumindest gelang in der Regel die Emigration und der Aufbau eines neuen Lebens im Ausland. Ihre Eltern aber blieben in Deutschland zurück, wo sie der Vernichtungspolitik des NS-Staates schutzlos ausgeliefert waren. Die Erinnerung an diesen nahezu ausgelöschten Teil der Ohligser Geschichte, der Ende des 19. Jahrhunderts so hoffnungsvoll begann, soll mit diesem Band dokumentiert und wachgehalten werden.

Jüdische Kaufleute in Ohligs
Armin Schulte und Daniela Tobias, Herausgeber: Max-Leven-Zentrum / Stadtarchiv Solingen
22,00 €
188 Seiten
21,0 x 21,0 cm
Kartoniert mit Klappen
ISBN: 978-3-96847-028-3

Das Buch ist im örtlichen Buchhandel und im Stadtarchiv Solingen erhältlich.

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