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SolingenImmer mehr Urnenbeisetzungen auf den evangelischen Friedhöfen

Immer mehr Urnenbeisetzungen auf den evangelischen Friedhöfen

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Auch die evangelischen Friedhöfe sehen heute anders aus als noch vor einigen Jahren – Grund ist die gewandelte Bestattungskultur – Neue Grabformen sind dazu gekommen

Solingen/ Am Totensonntag werden Ende November auf den evangelischen Friedhöfen Solingens wieder viele frische Grablichter brennen. Der Besuch der Verstorbenen gehört für viele Familien an diesem Tag immer noch dazu. Verändert hat sich dagegen seit einigen Jahren die Situation auf den Friedhöfen. „Die Bestattungskultur hat sich auch in Solingen erkennbar gewandelt. Sargbestattungen werden immer weniger, während das Interesse an Urnengräbern ist in den letzten zehn Jahren eindeutig gestiegen ist“, bilanziert Thomas Förster, Pressepfarrer beim Evangelischen Kirchenkreis Solingen. Das ergebe ein Blick in die Statistik für die neun Friedhöfe der Evangelischen Kirche in Solingen. Während sich noch 2014 die Beisetzungen nahezu gleich auf die beiden Bestattungsarten verteilt hätten, sei 2022 der Anteil der Urnenbeisetzungen auf mehr als zwei Drittel gestiegen (2014: 52 Prozent Urnenbeisetzungen, 48 Prozent Sargbestattungen; 2022: 69 Prozent Urnenbeisetzungen, 31 Prozent Sargbestattungen).

Gesamtzahl der Bestattungen bleibt stabil

Die Übersicht zeige auch, so Förster, dass die Gesamtzahl der Bestattungen im Vergleich der zurückliegenden Jahre relativ konstant bleibt: „Insgesamt finden auf den evangelischen Friedhöfen unserer Stadt in jedem Jahr zwischen 800 und 850 Beisetzungen statt.“ Das wird sich wohl auch zukünftig kaum ändern, zumal seit wenigen Jahren auch die Beisetzung Verstorbener möglich ist, die vor ihrem Tod nicht der Evangelischen Kirche angehört haben. Früher war das nur in Ausnahmefällen möglich, etwa weil ein hinterbliebener Mensch aus dem engsten Familienumfeld evangelisch war und für die Beisetzung einen evangelischen Friedhof wünschte.

Zunahme pflegefreier Grabformen

Insgesamt bieten die evangelischen Friedhöfe in Solingen heute eine größere Vielfalt an Grabformen an als noch vor einer Generation. Zu den früher üblichen Reihengräbern mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch Gestaltungspflichten, sind verschiedene so genannte pflegefreie Grabformen hinzugekommen. Das reicht vom pflegefreien Wiesengrab für Sarg- oder Urnenbeisetzungen, bei dem das Grab durch eine schlichte in der Wiese eingelassene steinerne Tafel mit dem Namen der verstorbenen Person gekennzeichnet ist, über Kolumbarien, bei denen Urnen in einzelne Kammern einer steinernen Urnenwand eingestellt werden, bis zu Baumgräbern, bei denen Urnen um einen Baum herum bestattet werden. Auch bei Kolumbarien oder Baumgräbern gibt eine Namenstafel darüber Auskunft, welcher Menschen bestattet wurde. Weitere besondere Grabgestaltungen sind das Urnengrab „Kunst und Kultur“ auf dem Friedhof Kasinostraße, bei dem die Urne in einer restaurierten historischen und aufwändig gestalteten Grabstätte beigesetzt wird. Oder der „Garten der Hoffnung“ auf dem Friedhof Grünbaumstraße: eine gartenähnliche Gemeinschaftsgrabanlage mit Beeten, Bäumen und Bänken, in der Urnen unter einem Baum oder im Staudenbeet beigesetzt werden können. Namenstafeln im Rasen oder an Stelen geben auch hier Auskunft, wer beerdigt wurde.

Wunsch der Angehörigen

Gemeinsam haben die meisten der neuen Grabformen, dass sie für die Angehörigen keine Pflegeverpflichtung enthalten. Die Pflege erfolgt durch Mitarbeiter des Friedhofs und wird für die gesamte Zeit bereits mit der Gebühr für die Grabstelle abgegolten. „Diese pflegefreien Angebote entsprechen dem Wunsch vieler Angehöriger“, weiß Christoph Fischer, Leiter der Solinger Friedhofsabteilung beim Evangelischen Verwaltungsverband: „Sie sind froh, das Grab nicht zuverlässig individuell pflegen zu müssen, etwa wenn sie gar nicht mehr in Solingen leben.“

INFO
Alle Infos zu den verschiedenen Grabformen auf den einzelnen evangelischen Friedhöfen und zu Ansprechpersonen gibt es auf der Website https://www.friedhoefe-solingen.de. Hier finden Sie auch Informationen zu den Kosten.

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